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Tragfähigkeit lösbarer Welle-Nabe-Verbindungen |
Verbindungstechnik im Hochtemperaturbereich
Für den Einsatz im Hochtemperaturbereich eignet sich nur eine geringe Anzahl an Werkstoffen. Neben speziellen metallischen Legierungen zählen hierzu vor allem keramische Materialien wie beispielsweise Siliciumnitrid, welches sich durch seine extrem hohe thermomechanische Belastbarkeit auszeichnet.
Die Integration keramischer Komponenten in thermisch hoch belastete metallische Baugruppen eröffnet Möglichkeiten wie zum Beispiel die Anhebung von Prozeßtemperaturen zur Steigerung von Wirkungsgraden oder die Erhöhung von Standzeiten auch stark korrosiv und abrasiv belasteter Bauteile.
Dem gegenüber stehen die zum Teil immer noch sehr kostenintensive Fertigung sowie eine ungenügende Akzeptanz in der konstruktiven Praxis, probabilistische Methoden zur Auslegung keramischer Komponenten heranzuziehen.
Die Auslegung keramischer Bauteile kann im Gegensatz zu metallischen nicht alleine nach der Höhe der Beanspruchung erfolgen. Unter Berücksichtigung statistischer Verfahren besteht die Möglichkeit, in Abhängigkeit der Spannungshöhe und -verteilung die Kurzzeit- und Langzeitfestigkeit zu ermitteln. Bei Kenntnis der notwendigen Werkstoffparameter werden diese Berechnungen sinnvollerweise mit Hilfe spezieller Postprozessoren durchgeführt, die auf den Ergebnissen der FE-Berechnungen aufsetzen. Elementar ist in diesem Zusammenhang die Anwendung einer geeigneten Verbindungstechnik. Sie muß durch entsprechende konstruktive Maßnahmen die Funktion der Verbindung über den gesamten Temperaturbereich unter Berücksichtigung unterschiedlicher Ausdehnungskoeffizienten sowie der extremen Zugempfindlichkeit sicherstellen.
Metall-Keramik-Polygonverbindungen für HT-Anwendungen
Die Verwendung von Polygonen soll im Vergleich mit rein kraft- und formschlüssigen Verbindungen zu einer Steigerung der übertragbaren Kräfte zwischen der metallischen und der keramischen Komponente in einem möglichst großen Temperaturbereich führen. Hierbei kommen folgende Vorteile der P3G-Verbindung für eine sichere Drehmomentübertragung zum Tragen:
Unmittelbare Drehmomentübertragung zwischen Welle und Nabe ohne zusätzliches Verbindungselement
Hohe Tragfähigkeit durch konvexe, harmonische Profilform, wodurch Spannungsspitzen bei flächiger Anlage weitgehend vermieden werden
Das P3G-Profil stellt geometrisch ein Gleichdick dar, welches die Eigenschaft besitzt, sich unter Torsionsbelastung selbst zu zentrieren.
Analytische und Experimentelle Untersuchungen an thermomechanisch belasteten Metall-Keramik-Polygonverbindungen
Die P3G-Polygonprofil-Verbindungen werden sowohl analytischen als auch experimentellen Untersuchungen unterzogen, die das Verhalten unter thermomechanischer Belastung ermitteln und somit eine Beurteilung der Eignung als Metall-Keramik-Verbindung im HT-Bereich ermöglichen. Speziell werden die Anlageverhältnisse und deren Auswirkungen in Abhängigkeit des sich temperaturbedingt einstellenden Übermaßes analysiert.
Ziele der Untersuchungen:
Eingesetzte Methoden:
Analytische Methoden:- Parameterstudien der Verbindung
Bild 1: Darstellung der Vergleichsspannungen in einer torsionsbelasteten Metall-Keramik P3G-Polygon Welle-Nabe-Verbindung bei 800 °C
- Einsatz spezieller Postprozessoren zur Bestimmung der Bruchwahrscheinlichkeiten des keramischen Bauteils
Konstruktive Optimierung der Verbindungsstelle im Hinblick auf einen Einsatz unter HT-Bedingungen
Experimentelle Methoden:
Untersuchung von Keramik-Metall-Verbindungen mit Hilfe von HT-Wechseltorsionsprüfmaschinen. Analysiert werden unterschiedliche Passungen, Belastungen und Geometrien von P3G-Polygonverbindungen:
Belastungen:
- mechanisch: schwellende Torsionsbelastung im Bereich zwischen 0 und 100 Nm
- thermisch: Temperaturen bis zu 1000 °C
- Geometrie:
- Dm = 6 und 13 mm (bis 25 mm möglich) (Dm ... mittlerer Durchmesser des Polygons)
Passungen:
- Die Passungen werden bei Raumtemperatur zwischen 0 und 60 µm variiert
Für vergleichende Aussagen werden diese Verbindungen auch als reine Metall-Metall-Verbindung getestet. Im Anschluß an die Versuche kann die Bruchstelle der Keramik fraktographisch untersucht werden (Bild 2). Hierbei lassen sich Rückschlüsse auf den Entstehungsort und die Ursache des Bruches ziehen.
Bestimmung für die Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit keramischer Bauteile notwendiger temperaturabhängiger Kennwerte in Hoch-temperatur-4-Punkt-Biegeversuchen.
Kennwerte:
Biegebruchspannung s 0,
Weibull-Modul m,
Kritischer Spannungsintensitätsfaktor KIc
Kennwerte des unterkr. Rißwachstums n, A
Fraktographische Untersuchung der Metall-Keramik-Polygonverbindung
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Bild 2: Fraktographische Detektierung des Entstehungsortes eines durch schwellende Torsion hervorgerufenen Risses in einer Metall-Keramik-Polygonverbindung
Dipl.-Ing. Sebastian Göschel
( (030) 314 24 309
FAX (030) 314 264 81
e-mail: goeschel@kt10.kf.tu-berlin.de